Im September 2019 sind wir mit dem Camper auf die wunderschöne Insel Bornholm gereist, Bornholm mit dem Camper war schon lange ein Traum von uns.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin/Brandenburg bei Familie und Freunden, sind wir dann weiter in Richtung Ostsee gefahren und haben in der Nacht auf der Insel Rügen auf dem Parkplatz von Karls Erlebnis-Dorf in Zirkow halt gemacht, um dort die Nacht zu verbringen, denn von dort ist es nicht mehr weit bis nach Sassnitz, von wo die Fähre nach Bornholm übersetzt. 

Bei Karls Erlebnis-Dorf kann man super für eine Nacht mit dem Camper stehen, das kann ich euch wirklich empfehlen. Besonders, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Die Kinder können sich dort drinnen sowie draußen toll austoben und es gibt eine schöne Bücherecke für Kinder und Erwachsene zum Stöbern, was wir fünf alle sehr gerne tun! 

Unsere Fährtickets haben wir schon vorher online gebucht, und die Tickets waren somit auf dem Smartphone abgespeichert. Wir waren 45 Minuten vor Abfahrt dort und ich muss sagen, es hat völlig ausgereicht. Es ging alles reibungslos und wir konnten ohne lange zu warten auf die Fähre fahren und unser Wohnmobil parken.

Es erwarteten uns nun gute drei Stunden auf der Fähre und natürlich haben wir auch Proviant dafür eingepackt und für die Mädchen ein paar Spiele gegen die Langeweile (die aber gar nicht aufkam) sowie einige Bücher, was sich nach unseren Erfahrungen immer auszahlt. Ein Restaurant gibt es auch auf der Fähre, doch darüber kann ich nichts berichten, denn wir haben es nicht ausprobiert.

Natürlich gibt es auf der Fähre auch eine kleine Kinderspielecke, unsere Mädels fanden es aber auch sehr spannend, auf der Fähre umherzulaufen und alles zu erforschen. Dadurch verging die Zeit wie im Fluge.

Bornholm mit dem Camper: Wir sind endlich da.

Kaum in Rönne angekommen, lief alles genauso unkompliziert ab, wie bei der Ankunft in Sassnitz. Das erste Ziel für uns war ein Supermarkt und ein Geschäft, in dem wir Internetzugang kaufen konnten. Dies hat immer Priorität bei uns, wenn wir unterwegs sind, denn ohne Internet können wir nicht arbeiten!

In Rönne haben wir relativ schnell (für Wohnmobilverhältnisse) einen Parkplatz gefunden, zwar nicht perfekt für unser über 7 Meter langes Wohnmobil, aber man nimmt ja was man kriegen kann.

Zum Glück hat Henning wirklich ein ausgesprochen gutes Händchen für das Einparken mit dem Camper und dadurch kommen wir auch in Parkplätze, die meiner Ansicht nach eher für die Größe eines Passats gemacht sind. Wir wussten noch von unserer Europa-Tour, dass in Dänemark der Netto Supermarkt ein wirklich gutes Angebot an Bio-Produkten hat.

Henning ging also erst einmal zum Arbeiten in ein Café und ich mit den Mädels zu Netto, um unseren Kühlschrank im Wohnmobil wieder aufzufüllen. Und tatsächlich war es auch immer noch so, wir haben wirklich gutes Obst und Gemüse in Bio-Qualität bekommen und es gab dazu auch noch alles andere, was wir so brauchten.

Am nächsten Tag sind wir dann nach Hasle auf einen Campingplatz gefahren, denn wir waren komplett leer! Kein Strom, kein Wasser und ausgiebig duschen mussten wir auch mal wieder. Also spontan, wie wir sind, ging es dann zum Campingplatz zum Auftanken. Wie sich herausgestellte, ist das in der Nebensaison auch alles kein Problem. Der Campingplatz war fast leer und wir haben einen Stellplatz direkt neben einer kleinen Fasssauna bekommen. Was für ein Glück – unser Abendprogramm stand somit fest. Und zum Strand war es auch nicht weit und diesen wollten unsere Mädels endlich entdecken! 

Am Strand wehte eine wirklich steife Brise und wir merkten schnell, dass wir viel zu dünn angezogen waren. Trotzdem war es so wunderschön, zauberhaft und irgendwie magisch. Die Bäume dort sind durch den ständigen Wind ganz schief gewachsen, dadurch konnten die Kinder herrlich darauf klettern, sogar die Kleinste konnte den einen oder anderen Baum erklimmen.

Zudem gibt es kleine Wege, die sich durch verwunschene Wälder schlängeln, kleine Ruinen, die man immer wieder unerwartet entdeckt und das alles immer am Meer entlang.

Doch irgendwann war es uns doch zu kalt, und die Vorfreude auf die Sauna stieg natürlich enorm. 

Die Sauna hat Henning dann ordentlich eingeheizt und ich habe währenddessen ein Abendessen für uns gezaubert. Im Wohnmobil kochen wir immer relativ simpel (aus Platzgründen), meistens einen Topf mit Gemüse und einen mit Reis oder Nudeln. Camperlife eben. 

Natürlich haben wir damit gerechnet, dass die Sauna auch von anderen Gästen des Campingplatzes genutzt wird, jedoch war das nicht der Fall und somit hatten wir eine Sauna ganz für uns allein und das Wohnmobil direkt davor geparkt. Die Rentner sitzen lieber in ihrem Camper und schauen TV. Das soll doch einer verstehen. In diesem Fall war es aber unser Glück.

Am nächsten Tag hat uns die Sonne geweckt, endlich! Wir haben einen gemütlichen Vormittag am Strand verbracht und sind am Nachmittag dann weiter nach Gudhjem gefahren, wo wir Freunde getroffen haben. In Melsted haben wir ganz unkompliziert für ein paar Tage auf einem Parkplatz gestanden. In der Nebensaison scheint das wirklich keinen zu stören. Wir waren dort öfters spazieren, weil wir uns an der Schönheit der kleinen Häuschen nicht satt sehen konnten und die kleinen privaten Verkaufsstände davor bestaunt haben, eine wirklich typisch dänische Besonderheit.

Sie waren befüllt mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, Honig, Marmelade oder auch mit Selbstgestricktem. Ganz wichtig, es gab eine Kasse des Vertrauens. Außerdem gab es in Melsted erst einmal alles, was wir brauchten, zudem war der Strand nah, es gab ein wirklich süßes Landwirtschaftsmuseum mit einer alten Windmühle, sowie Ziegen und Pferde, die wir besuchen konnten.

Bornholm mit dem Camper ist ein Traum.

Das Beste war, dass es in Allinge, nur 10 Minuten entfernt von uns, eine Tankstelle gab, wo wir das Wohnmobil kostenlos entleeren und mit Wasser befüllen konnten. Die Bornholmer sind wirklich sehr nette und aufgeschlossene Menschen, immer hilfsbereit. Wir haben uns auf dieser Insel sehr wohl gefühlt.

Wir haben den Eindruck bekommen, dass die Uhren hier viel langsamer ticken. Alles hat sehr friedlich auf uns gewirkt und das hat sich natürlich auch auf uns ausgewirkt. Bornholm ist eine wirklich sehr angenehme Insel mit herzlichen Menschen.

Dann haben wir noch einen traumhaften kleinen Strand in Sandkas gefunden. Zu dieser Jahreszeit scheint sich wirklich kaum noch jemand auf diese Insel zu verirren. Alles ist so leer und absolut entschleunigend. Auch dieser Strand war bis auf ein paar Jogger und Einheimische, die mit ihrem Hund entlang spaziert sind, vollkommen leer. 

Henning und die Mädels haben trotz des herbstlichen Windes und nicht mehr wirklich sommerlicher Temperaturen immer mal wieder den Sprung ins kühle Nass gewagt. Für mich war dies nur bewundernswert, denn ich brauche schon eine gewisse Grundwärme, um mich dazu zu überwinden. Eines sollte man wirklich wissen: in Bornholm zeigt der Herbst schon im September sein wahres Gesicht und der ständige Wind gehört scheinbar einfach dazu. 

Von Sandkas aus verläuft ein herrlicher Wanderweg entlang der Küste. Wir haben es aber wegen der Kinder nur bis nach Allinge geschafft. Es gab einfach zu viele Felsen, die darauf gewartet haben, beklettert zu werden und zu viele Brombeeren, die gesammelt und genascht werden wollten. Der Wanderweg geht sogar einmal um die ganze Insel herum, er nennt sich „alter Rettungsweg“. Außerdem gibt es einen Radweg, der einmal um die Insel führt, nur leider hatten wir keine Räder dabei.

Dann ging es für uns weiter in Richtung Norden, nach Hammers Havn, dort haben wir einige Tage trotz regnerischen Wetters verbracht. Auch hier war es ganz problemlos, mit dem Camper über Nacht zu stehen. Bis auf starkes Meeresrauschen, war hier nachts totale Ruhe. Auf Bornholm gibt es einfach so viel zu entdecken, diese kleine Insel ist so vielseitig!

Natürlich mussten wir auch die schöne alte Burgruine Hammershus erkunden und ein paar nette Schafe haben wir dort auch getroffen. Außerdem gibt es in der Gegend zwei Seen, um die man ganz gemütlich spazieren kann. Dazu schroffe, hohe Felswände, die sich vom Ufer aus in den Himmel erstrecken. Dieser Anblick war wirklich sehr beeindruckend und egal, wo wir waren, die besondere Stille auf dieser Insel hat uns immer begleitet.

Wenn man doch etwas mehr Trubel sucht oder etwas bummeln mag, ist Nexo eine niedliche Stadt mit vielen kleinen Shops, von Secondhand bis Organic, mit vielen Restaurants, kleinen Bäckereien und vielem mehr.

In Nexo haben wir zwei Nächte direkt am Hafen gestanden, es gab dort Strom, Wasser und sogar eine Waschmaschine, was wir natürlich gleich ausgenutzt haben. Fußläufig zu erreichen war ein Lidl und auch dort gab es ein gutes Angebot an Obst und Gemüse, sowie veganen Produkten.

Wem es in Nexo immer noch zu ruhig ist, dem bleibt dann nur noch Rönne. Ich war total erstaunt, dass es in Rönne sogar einen H&M gibt. Wir sind zwar nicht hineingegangen, doch von außen sah das Geschäft aus, wie alles andere auf der Insel auch: klein und niedlich. Wenn nicht das Firmen-Logo außen angebracht gewesen wäre, hätte man dieses rote Backsteingebäude nie für einen H&M gehalten. Es gab zudem unendlich viele Keramik-Shops, in denen man hübsches Keramik kaufen konnte oder sich auch selbst ausprobieren konnte. Ich bin lieber erst gar nicht hineingegangen, denn aus Keramik gefertigten Dingen kann ich definitiv nicht widerstehen.

Am letzten Abend auf dieser Insel haben wir beschlossen, einmal essen zu gehen, die Wohnmobilküche kalt zu lassen und ein veganes Restaurant zu testen. Wir haben uns für das kleine Café Momo entschieden. Leider gab es aber keinen freien Tisch mehr für uns, daher haben wir unsere fünf Buddha-Bowls mit ins Wohnmobil genommen. Geschmeckt hat es uns dann aber nicht mehr so gut, was aber nicht am Essen lag, sondern an den gepfefferten Preisen. Wir haben sage und schreibe knapp 90 Euro bezahlt. Wow! Das musste erst einmal verdaut werden. Die Lebensmittel in Dänemark sind schon etwas teurer als in Deutschland, aber das hat wirklich alles getoppt.

Zum Glück fällt es uns nicht schwer, gutes Essen in unserer kleinen Wohnmobilküche zu kochen. Und so oft kommen wir vom Essengehen zurück und stellen fest, zu Hause schmeckt es einfach am besten.

Am nächsten Tag sind wir schon früh morgens in Richtung Fähre aufgebrochen. Die letzte Nacht auf der Insel, haben wir in der Stadt Rönne selbst auf einem kleinen (man mag es kaum glauben) Hinterhof-Parkplatz verbracht und auch dies wieder ohne Probleme. 

Das Mitte September herbstliche Bornholm hatten wir wirklich unterschätzt. Hinzu kam, dass einem ständig der Wind um die Nase weht.

Doch wir kommen ganz bestimmt wieder, es gibt einfach noch so vieles auf der Insel, was wir nicht gesehen haben und Menschen, die wir wieder treffen wollen. Bornholm ist einfach eine wirklich sehr facettenreiche Insel, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Das nächste Mal werden wir zudem unsere Fahrräder mitnehmen, um auch die vielen schönen Fahrradwege zu erkunden.

Die zwei Wochen auf Bornholm haben uns unheimlich gutgetan. Wir sind mit allem heruntergefahren, haben uns vollkommen entschleunigt und uns dem Tempo der Insel angepasst, das doch um einiges langsamer ist, als auf dem Festland. Bornholm mit dem Camper ist also eine große Empfehlung von uns.